Jagdhumpen des Jägermeisters von Hutten



Jagdhumpen des Jägermeisters von Hutten


Inventar Nr.: SM Lö A 59
Bezeichnung: Jagdhumpen des Jägermeisters von Hutten
Künstler / Hersteller: Meister des Spangenbergglases
Augustin Gundelach, fraglich
Datierung: 1671
Objektgruppe: Kunstgegenstände mit jagdlichen Motiven
Geogr. Bezug: Nordhessen
Material / Technik: Glas, Emailmalerei
Maße: 23,3 x 12,5 x 12,5 cm (Objektmaß)
Beschriftungen: Beschriftung allg.: Wol auff, wol auff hr Weidleut: was ein guter tag ist heut. Wol auff wol auff in des namen Der erschuff den wilden und den Zahmen / Sag mir Weidman was att der edle Hirsch heut zu feld getan zu Feldt zu Feldt. Da hat der edle Hirsch heut Weidt gezelt / Da leufft der edle Hirsch über der heyde Den hunden zu lieb ihm selbsten zu leyden. / Sag mir weidman mein hastuhörn hund lauffen darein. Ich gesach z dieser Stund weder hirsch, Jäger noch hund. Dan heut früeh Da lieff ein edler hirsch hie / 1671 / Hab Dank hab Dank Das ist ein guter Anfang. / Sag mir Weidman, sag mir Weidmann. Wieviel hat der edle Hirsch heut wiedergäng gethan. Sechs oder sieben. Sechs oder sieben. Hat der edle Hirsch heut wieder gäng getrieben / Jäger Liborius / Faltküchen / Jäger Petterlisser / Oberjager Kessenberger / Jägermeister von Hutten


Katalogtext:
Die prächtige Emailmalerei dieses, im Jahr 1671 für den Jägermeister von Hutten gefertigten Glashumpens zeigt Szenen eines umfangreichen Jagdtreibens. Entlang der unteren Wandung des Glases, oberhalb des Standringes, zieht ein Zug von Jägern und Jagdhelfern, gekleidet in grüne, blaue und braune Gewänder. Viele der Dargestellten sind namentlich bezeichnet, so: „Oberjager Kessenberger / Jägermeister von Hutten /Jäger Liborius / Faltküchen / Jäger Petterlisser“. Allein „Oberjager Kessenberger“, „Jägermeister von Hutten“ und ein Ungenannter sitzen hoch zu Pferd. Die Emailmalerei ist dabei so fein ausgeführt, dass die Standesunterschiede der Dargestellten in deren Kleidung eindeutig abzulesen sind. Auch die mitgeführten Waffen, das Jagdzeug und die Jagdgeräte können eindeutig identifiziert werden. Während Oberjäger und Jägermeister mit Hirschfänger, Hundepeitsche, Jagdtasche und -zinken ausgestattet sind, tragen die Jäger Radschlossbüchsen, Jagdtaschen, Hirschfänger und Jagdhörner, die Jagdhelfer haben die Netze geschultert und führen die Jagdhunde. Oberhalb dieses Zuges verläuft über die ganze Wandung des Glases ein gemaltes Netz, das die Szenerie in zwei Bereiche teilt. Darüber spielt sich eine Jagd ab: Hirsche, Rehe und Keiler werden von Hunden gehetzt. Entlang des oberen Glasrandes sind, neben einem Engel mit Wappenschild in den Händen, im Wechsel verschiedene Sinnsprüche und Jagdverse geschrieben, Zwiegespräche des Hirsches mit seinen Jägern notiert und das Glas datiert. Mit seiner farbenprächtigen und detailreichen Emailmalerei ist dieser Jagdhumpen eine herausragende Bildquelle für die frühneuzeitliche Jagd.

Stefanie Cossalter-Dallmann (11.5.2017)


Literatur:
  • Höfische Jagd in Hessen. Ereignis, Privileg, Vergnügen. Katalog zur Ausstellung. Museum Schloss Fasanerie, 13. Juni 2017 - 05. November 2017. Museum Jagdschloss Kranichstein [...]. Hessisches Landesmuseum, 27. September 2019 - 12. Januar 2020. Petersberg 2017, Kat.Nr. I.23, S. 35.


Letzte Aktualisierung: 25.06.2018


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